Skurriler Prozess gegen Antifa-Schläger – Urteil rechtskräftig

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Benedikt Karlheinz Suldinger
Der Verurteilte Benedikt Karlheinz Suldinger: Vermummt und bei einem Übergewicht von 50:9 kann man leicht mutig sein. Bei der lustigen Verhandlung schaute Suldinger jedoch wie ein erwischter Schulbub drein.

Am 18. September kam es zu einem unterhaltsamen Gerichtsprozess in Wien. Am Landesgericht für Strafsachen musste sich ein linksradikaler Schläger für seine Taten verantworten, was ja, ob des mangelnden Willens der Politik im roten Wien, nur sehr selten vorkommt. An „Antifa“-Krawallen jedoch mangelt es dieser Stadt hingegen wohl nicht gerade. Ein großer Teil dieses gewaltbereiten extremistischen Milieus besteht aus bundesdeutschen Studenten, welche als sogenannte „Numerus-Clausus-Flüchtlinge“ die österreichischen Unis stürmen. Der mutmaßliche Täter dieses Falls, scheint auch diesem Menschenschlage anzugehören. Er wechselte mehrmals die Schule bis er zu seinem Fachabitur kam. Aus dem Studium in Wien scheint dann aber offenbar auch nicht viel geworden zu sein.

Der 32-jährige Angeklagte, Benedikt Karlheinz Suldinger, ein gebürtiger Münchner, der am 22. April 1983 geboren wurde, wirkte für sein Alter eher bubenhaft. Ein fader aber braver Junge könnte man meinen, wenn da nicht diese Anklage wäre, wegen welcher er sich nun vor Richter Thomas Kreuter zu verantworten hat. Wegen Schwerer Körperverletzung, Nötigung und Sprengung einer Versammlung wurde er vor den Kadi zitiert. Viel Respekt schien er gegenüber dem Gericht nicht zu haben, hatte es doch nicht einmal für ein Sakko und eine Krawatte gereicht. Immerhin trug er ein ordentliches Hemd. Für einen Linken ist das ja schon mal etwas. Jedoch waren auch die oft skurrilen Ausflüchte und Antworten des Delinquenten offenbar von der Überzeugung beseelt, die Justiz für blöd verkaufen zu können.

Brutaler Angriff auf Trauernde

Ende Juni, kurz nach der schrecklichen Amokfahrt des Moslems Alen R. in Graz, meldete Georg Immanuel Nagel, im Namen einer Vorgängerorganisation des Vereins OKZIDENT, spontan eine Mahnwache für die Opfer dieser Wahnsinnstat an. Auch Aktivisten von PEGIDA nahmen an der stillen Veranstaltung bei der Wiener Votivkirche teil.

Einigen linksradikalen Spinnern war dies offenbar ein Dorn im Auge. Etwa 50 Vermummte marschierten auf, skandierten Hass-Parolen und bewarfen die Trauernden mit Eiern, Paradeisern und Wasserbomben. Es kam aber auch zu tätlichen Angriffen. Da sich bei der Mahnwache viele ältere Personen befanden, stellten sich einige jüngere Aktivisten schützend vor die Gruppe. Einer dieser mutigen Männer, Christian A., wurde daraufhin von mehreren Schlägern angegriffen. Besonders einer, der Angeklagte Suldinger, hatte ihn dabei mit Fußtritten drangsaliert. A. wollte daraufhin den Treter anhalten, doch dieser nahm Reißaus und verlor dabei seine Geldbörse, welche A. flink an sich nahm. Der Gewalttäter kehrte jedoch bald darauf mit zwei anderen zurück. Die drei Angreifer versuchten A. gewaltsam zu nötigen, das Portemonnaie wieder heraus zu rücken, wozu einer der Fanatiker sogar mit einem Schlagstock drohte. Dies gelang jedoch nicht und als in der Ferne Polizeisirenen zu hören waren, liefen die „tapferen Antifaschisten“ panisch davon.

Der Angegriffene musste auf Grund der schweren Verletzungen sechs Wochen in Krankenstand gehen. Neben einer Prellung der Hand kam es nämlich noch zu einer üblen Entzündung, wofür auch ordentliche Atteste vorgelegt wurden. Angesichts der Umstände hält daher der Rechtsbeistand des Nebenklägers insgesamt rund 5.200 Euro an Schmerzensgeld und Vertretungskosten für angemessen. A. hat die Geldbörse sofort nach dem Vorfall der Polizei übergeben. Durch diesen eindeutigen Beweis steht die Identität des Täters fest und jedes Abstreiten ist eigentlich absurd.

Skurriles Leugnen

Doch der Angeklagte, Benedikt Karlheinz Suldinger, will von all dem trotzdem nichts wissen, bestreitet die Taten und schildert den Verlauf der Vorgänge ganz anders. Er persönlich würde keinen einzigen der anderen Teilnehmer der Gegendemo kennen, wüsste auch von niemandem den Namen. Er sei mehr zufällig vorbeigekommen und das vor allem mit ausschließlich friedlichen Absichten. Er sei zudem so beschäftigt gewesen, dass er keine Zeit dafür gehabt hatte darauf zu achten, ob Geschosse geworfen wurden usw., konnte jedoch nicht sagen, womit er denn eigentlich so „beschäftigt“ gewesen sei. Er selbst hätte jedenfalls nur mit den Teilnehmern der Mahnwache friedlich reden wollen und habe auf gar keinen Fall jemanden angegriffen. Dass er seine Geldbörse verloren habe, will er erst Tage später bemerkt haben. Wie das geschehen sei, wisse er zudem auch nicht.

Als ihn der Richter daraufhin fragte, warum er vermummt gewesen sei, antwortete Suldinger darauf, dass er sich vermummt habe, weil er ach so schreckliche Angst vor den Teilnehmern der Mahnwache gehabt habe. Richter Kreuter fühlte sich wegen dieser Antwort sichtlich gefrotzelt. Er verwies darauf, dass die Angreifer immerhin mindestens fünf mal so viele Leute gewesen seien und dass er selbst ja unmittelbar nur mit drei Personen konfrontiert war, während der Angeklagte ja stattliche 50 Personen auf seiner Seite wusste: „Da kommen drei Maxeln auf uns zu und da fang ma an mit den Knien zu schlottern?“, kommentierte Kreuter die absurden Antworten von Suldinger lapidar. Auch konnte dieser nicht erklären, warum auch die anderen 50 Personen vermummt waren, hatten diese denn auch so schreckliche Angst gehabt und überhaupt, wenn man so viel Angst hat, warum läuft man dann nicht einfach weg? Als dann auch noch ein Beamter des Verfassungsschutzes als Zeuge auftrat, welcher in zivil die Ereignisse beobachtet hatte und im Wesentlichen alle Angaben von A. bestätigen konnte, zeigte sich die Verteidigung sichtlich verzweifelt.

Notfalls-„Zeugen“ aus dem Hut gezaubert

Während des Prozesses mussten die Anwesenden, ob der oft skurrilen Aussagen des Angeklagten, oft schmunzeln. Auch der Richter selbst wirkte zuweilen sehr amüsiert. Als am Ende der Verhandlung klar war, dass es nicht gerade gut aussieht für den Beschuldigten, zauberte der Verteidiger auf einmal ein Ass aus dem Ärmel. Suldinger konnte angeblich, obwohl er eigentlich gar keinen kennen will und auch außer „Zur Zeit“ kein Medium damals über den Vorfall berichtet hatte, zwei „Journalisten“ ausfindig machen, von denen er hofft, dass sie womöglich etwas gesehen haben könnten, dass ihn entlastet. Bei den aus den Hut gezauberten mutmaßlichen „Zeugen“, Nathan S. und Johann S., handelt es sich um Personen welche eindeutig der einschlägigen linken Szene angehören. Nur sehr widerwillig stimmte Richter Kreuter diesem sogenannten „Erkundigungsbeweis“ zu und vertagte den Prozess auf den 20. November. Er brachte jedoch zum Ausdruck, dass er es für sehr unwahrscheinlich halte, dass diese Vielleicht-Zeugen wirklich etwas beitragen könnten, denn schließlich sei der Angeklagte ja nach eigenen Angaben mit niemanden sonst bekannt gewesen und obendrein waren alle vermummt. Wie sollte man ihn also identifizieren und entlasten können?

Nach dem Prozess wollte sich Suldinger den Fragen der Journalisten nicht stellen, und lief stattdessen feig davon. Das nennt man in diesem Milieu wohl „Gesicht zeigen gegen Rechts“. Auch seine Freunde, die er angeblich ja gar nicht kennt, dürften sich bereits von Suldinger abgewandt haben. Eine auf verschiedenen Homepages der linksradikalen Szene angekündigte „Solidaritätsdemo“ fiel offenbar ins Wasser. Zu sehen war nämlich absolut niemand. Es bleibt zu hoffen, dass Benedikt Karlheinz Suldinger das gleiche Schicksal erleiden wird wie sein Gesinnungsgenosse Josef Slowik, dem all die „Solidarität“ aus der steinzeitkommunistischen Ecke letztlich auch nichts geholfen hat.

Urteil rechtskräftig

Wenig Überraschend konnten die beiden „Zeugen“, Nathan S. und Johann S., nichts Wesentliches zum Fall beitragen, da sie den eigentlichen Vorfall ja nicht gesehen hatten. Ihre eigentümlichen Aussagen dürften dem Angeklagten wohl eher mehr geschadet als genutzt haben. Bei solch einer eindeutigen Beweislage kam das Urteil auch sehr prompt: Vier monate bedingte Haft. Lediglich vom Vorwurf der versuchten Nötigung wurde der angeklagte Freigesprochen. Wie üblich wenn es um Linksextremismus geht, fiel das Strafmaß nur minimal aus. Es ist offensichtlich, dass die Politik kein Interesse an der Verfolgung von linken Straftaten hat, doch bei einer derart edrückenden Beweislast, war ein Freispruch natürlich nicht möglich.

Mahnwache bei der Votivkirche
Die Mahnwache bei der Votivkirche

Presseberichte:
„Linksradikaler: 4 Monate bedingt nach Übergriff“ (Unzensuriert.at)
„Pegida-Mahnwache anlässlich der Grazer Amokfahrt gestört: Prozess in Wien“ (Vienna.at)
„Angriff auf Trauernde“ (Zur Zeit)
Bericht vom ersten Prozesstag: „Prozess um Pegida-Demo und einen Mittelfinger“ (Der Standard)
Bericht vom zweiten Prozesstag: „Prozess um gesprengte Demo: Fliegendes Gemüse und Sündenbock“ (Der Standard)

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